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DIE GESCHICHTE DER HYPNOSE

Ein kleiner Einblick in die Geschichte der Hypnose anhand einiger Schlüsselfiguren:​​​​

2700 v. Chr.

IMHOTEP

Imhotep war Arzt, Architekt und Priester und eine berühmte Persönlichkeit im alten Ägypten. Die alten Ägypter verehrten Imhotep und weihten ihm einen Schlaftempel. Schlaftempel waren auch als Traum- oder Inkubationstempel bekannt. Dort schliefen Menschen, um göttliche Intervention oder Heilung durch Träume zu erbitten, insbesondere im alten Ägypten und im antiken Griechenland. Die Patienten unterzogen sich Ritualen, Fasten und Gebeten, um Körper und Geist vorzubereiten. Im Tempel schliefen sie in dafür vorgesehenen Bereichen, und Priester sangen Gesänge und führten Zeremonien durch, um die Götter einzubeziehen. Die Ägypter glaubten, dass die Götter im Schlaf erschienen und Lösungen boten, entweder durch symbolische Träume oder direkte Heilung.

1493 - 1541

PARACELSUS

Paracelsus war ein Schweizer Arzt, Alchemist, Theologe und Philosoph der Renaissance. Er war ein Pionier in mehreren Aspekten der „medizinischen Revolution“ der Renaissance und betonte den Wert von Beobachtung in Verbindung mit überliefertem Wissen. Paracelsus war einer der ersten Ärzte, der davon ausging, dass geistiges Wohlbefinden und moralisches Gewissen einen direkten Einfluss auf die körperliche Gesundheit haben. Er schlug vor, dass der psychische Zustand eines Menschen Krankheiten heilen oder verursachen könne. Seiner Theorie zufolge könnte ein Mensch durch blosse Willenskraft gesund bleiben. Bei psychischen Erkrankungen betonte Paracelsus die Bedeutung von Schlaf und Sedierung, da er glaubte, dass Sedierung psychische Erkrankungen heilen könne.

1734 - 1815

FRANZ ANTON MESMER

Franz Anton Mesmer, ein Wiener Arzt, begann einen Effekt zu erforschen, den er „animalischen Magnetismus“ oder „Mesmerismus“ nannte. Das Wort „animal“ bezieht sich auf das Adjektiv „belebt“ und bezog sich auf Tiere und Menschen. 1774 erzeugte Mesmer bei einer hysterischen Patientin eine „künstliche Flut“, indem er sie ein eisenhaltiges Präparat schlucken liess und anschliessend Magnete an verschiedenen Körperstellen anbrachte. Sie berichtete, Ströme einer mysteriösen Flüssigkeit durch ihren Körper fliessen zu spüren und war für mehrere Stunden von ihren Symptomen befreit. Mesmer glaubte nicht, dass die Magnete allein die Heilung bewirkt hatten. Er war der Meinung, dass er den animalischen Magnetismus, den er durch seine Arbeit angesammelt hatte, auf sie übertragen hatte. Bald setzte er keine Magnete mehr als Teil seiner Behandlung ein. Er behauptete, die Effekte seien auf eine unsichtbare Kraft namens „animalischer Magnetismus“ zurückzuführen, und seine Probanden hätten paranormale Fähigkeiten wie Telepathie entwickelt. Viele Patienten spürten seltsame Empfindungen oder litten unter Krämpfen, die als Krisen gewertet wurden und die Heilung herbeiführen sollten. Mesmer beendete seine Behandlungen oft mit dem Spielen einer Glasharmonika. Seine Klienten waren von seinen Behandlungen offensichtlich „hypnotisiert“ (in engl. mesmerised) und das Wort bezieht sich noch heute auf seinen Namen.

1751 - 1825

MARQUIS DE PUYSÉGUR

Marquis de Puységur war ein französischer Magnetiseur und Aristokrat aus einer der berühmtesten Familien des französischen Adels. Er war ein Schüler Mesmers und beschrieb und prägte als Erster den Begriff Somnambulismus, was so viel wie Schlafwandeln bedeutet. Einer seiner ersten und wichtigsten Patienten war ein 23-jähriger Bauer im Dienst der Familie Puységur. Der junge Mann liess sich von Puységur leicht „magnetisieren“, zeigte jedoch eine seltsame Form von Schlaf-Trance, die in der Frühgeschichte des Mesmerismus noch nie zuvor beobachtet worden war. Puységur bemerkte die Ähnlichkeit dieser Schlaf-Trance mit natürlichem Schlafwandeln oder Somnambulismus und nannte sie „künstlichen Somnambulismus“. Heute sind uns ähnliche Zustände unter dem Namen „Hypnose“ bekannt, obwohl dieser Begriff erst viel später, im Jahr 1842, von James Braid geprägt wurde. Marquis de Puységur gilt heute als einer der vorwissenschaftlichen Begründer der Hypnose, die sich aus dem tierischen Magnetismus oder Mesmerismus weiterentwickelte.

1795 - 1860

JAMES BRAID

James Braid war ein schottischer Chirurg, Naturphilosoph und „Gentleman Scientist“ sowie ein bedeutender Pionier der Hypnose und Hypnotherapie und ein wichtiger und einflussreicher Wegbereiter sowohl der hypnotischen als auch der chemischen Anästhesie. Braid verwendete den Begriff „Hypnose“, der sich speziell auf den Zustand des Subjekts bezog, anstatt auf die vom Anwender angewandten Techniken, um seinen eigenen, einzigartigen, subjekt zentrierten Ansatz von denen der ihm vorangegangenen, operierenden Mesmeristen abzugrenzen. James Braid prägte den Begriff „Hypnose“ als Abkürzung für „Neurohypnose“, was so viel wie „Schlaf der Nerven“ bedeutet. Braid widersetzte sich entschieden den Ansichten der Mesmeristen, insbesondere der Behauptung, ihre Wirkungen seien auf eine unsichtbare Kraft namens „animalischer Magnetismus“ zurückzuführen, und der Behauptung, ihre Probanden entwickelten paranormale Kräfte. Stattdessen vertrat Braid eine skeptische Position und versuchte, die mesmerischen Phänomene anhand etablierter Gesetze der Psychologie und Physiologie zu erklären. Braid wird von vielen als der erste wahre „Hypnotiseur“ angesehen, im Gegensatz zu den Mesmeristen und anderen Magnetisten vor ihm.

1864 - 1904

AMBROISE-AUGUSTE LIÉBEAULT

Ambroise-Auguste Liébeault war der Begründer der Nancy-Schule. Er schrieb als Erster über die Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen Hypnotiseur und Teilnehmer und nannte sie Rapport. Rapport beschreibt eine enge und harmonische Beziehung, in der die beteiligten Personen oder Gruppen „im Einklang“ sind, die Gefühle oder Ideen des anderen verstehen und reibungslos kommunizieren.

Heutzutage ist moderne Hypnotherapie sicher, 100 % real und wissenschaftlich belegt. Mithilfe von EEG-Geräten können die Gehirnströme der Klienten während der Hypnose überwacht werden. Hypnose verändert Körperfunktionen wie Blutdruck und Körpertemperatur und senkt die Pulsfrequenz.

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